Wir trauern um Johan Lorbeer

Fotos © Mathias Richter

Am Pfingstsonntag schwebte er noch über den Besucherinnen und Besuchern des Dorffestes in Schönhagen. Ende Juni klebte er dann an der Wand des ARTriums – drei Meter über dem Publikum - scheinbar locker mit der linken Hand an das Mauerwerk gelehnt. Am 8. Oktober hat der international bekannte Performance-Künstler Johan Lorbeer die Welt verlassen. 

Das Team der Phronesis Diskurswerkstatt trauert um Johan, einen wunderbaren Menschen und innovativen Künstler.

Johan Lorbeer wurde 76 Jahre alt. Geboren 1950 in Minden (Nordrhein-Westfahlen), studierte er zunächst an der Kunstakademie Nürnberg. In den späten 70er-Jahren lebte er zeitweise in New York und begann ein intermediales Werk zu entwickeln, das zwischen Zeichnung, Performance und Skulptur changierte. Von 2000 bis 2015 lehrte er an der Universität der Künste Berlin. 

Weltbekannt wurde Johan Lorbeer vor allem durch seine „Still-Life-Performances“, bei denen er sich im öffentlichen Raum als lebende Körperskulptur stilisierte, die die Schwerkraft zu überwinden scheint. 

Mit seiner Lebensgefährtin, der Bildhauerin und Performance-Künstlerin Maren Strack lebte und arbeitete Johan Lorbeer in Birkenwerder (Oberhavel). Sein Atelier hatte er in Berlin. 

Im ARTrium war er damals gemeinsam mit Maren Strack und der Soundkünstlerin Kerstin Lücker in der Performance „Warten – Szenen aus der Zwischenwelt“ aufgetreten. Für kommendes Jahr hatte er über eine große Rauminstallation in Schönhagen nachgedacht.

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