Die Kunst des Überschreitens – Workshop im ARTrium Schönhagen
Was ist das Neue in der Kunst? Ende August und Anfang September trafen sich an zwei Wochenenden Künstlerinnen und Künstler, Kunstkritikerinnen und Kunstkritiker, Philosophinnen und Philosophen zu einem Workshop der Phronesis Diskurswerkstatt. Im ARTrium Schönhagen beschäftigten sie sich mit der „Kunst des Überschreitens“.
© Foto: Uwe Arens
Was ist das Neue? Und wie kommt es in die Welt? Ganz einfach, könnte man da sagen: Indem jemand das Bestehende überschreitet. Aber dann stellt sich zugleich die Frage: Ist alles, was neu ist, auch gleich besser?
Wer besser sagt, unterstellt so etwas wie Fortschritt. Und gerade in der Kunst ist das ja durchaus fraglich. Eine Vorstellung von Fortschritt war aber lange Zeit das Paradigma der Moderne. Oder besser gesagt: Fortschritt ist das Paradigma der Moderne.
Nur Veränderung muss deshalb noch lange nicht Fortschritt bedeuten. Es kann sich auch lediglich um die Transformation in einen anderen Zustand handeln. Aber wie bewerten wir dann dieses Andere? Und was ist daran neu? Und überhaupt: Warum muss es denn unbedingt neu sein?
©Parallel Media
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Der Workshop „Die Kunst des Überschreitens“ war der Versuch, zum Verständnis und Selbstverständnis zeitgenössischer Kunst beizutragen. Was bedeutet es in der Kunst, das Gegebene zu Überschreiten – bezogen auf Genregrenzen wie auf Seh- und Hörgewohnheit?
Der Workshop diente an den jeweiligen Tagen der Vorbereitung auf die im ARTrium aufgeführte „Breathshow“ der Performance-Künstlerin Maren Strack aus Birkenwerder und der eigens für ihre Aufführung im ARTrium Schönhagen entwickelten „Brandenburgischen Sternen_SynPhonie“ des Wiener Kunstkollektivs Parallel Media von Barbara Doser und Hofstetter Kurt.
Über die Kunst des Überschreitens diskutierten Maren Strack, die Komponistin Kerstin Lücker, die Videokünstlerin Barbara Doser und der Konzeptkünstler Hofstetter Kurt mit dem Tübinger Philosophen Martin Böhler, dem Berliner Ausstellungsmacher Christoph Tannert, dem Konzeptkünstler Via Lewandowsky, der Medienkünstlerin Joulia Strauss, dem Bildhauer und Performer Helge Leiberg, und dem Kulturwissenschaftler Wolf Guenter Thiel. Eine hinreißende, weil hin und wieder durchaus kontroverse Diskussion im ARTrium Schönhagen.